Die Ortskernsanierung Überauchen wird vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg durch das Landessanierungsprogramm (LSP) gefördert. Näheres lesen Sie hier (189 KB)

Planungswettbewerb Ortsmitte Überauchen


Die Eröffnung zur Ausstellung der Ergebnisse des Planungswettbewerbs „Ortsmitte“ am 21.06.2017 ist auf ein erfreulich großes Interesse gestoßen. Rund 90 Bürgerinnen und Bürger waren trotz sommerlicher Hitze hierzu ins Rathaus gekommen.
 
Die im Rahmen des Planungswettbewerbes „Ortsmitte“ eingereichten Arbeiten von 10 Planungsgemeinschaften wurden anhand von Plänen und Modellen anschaulich präsentiert.  Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Michael Schmitt stellte Landschaftsarchitekt Michael Glück als Vorsitzender des Preisgerichtes die drei Arbeiten, die vom Preisgericht am 02.06.2017 mit einem Preis ausgezeichnet worden waren, dem gespannten Publikum ausführlich vor. Anschließend nutzten die zahlreichen Besucher die Gelegenheit, bei einem Rundgang alle ausgestellten Arbeiten zu begutachten und zu diskutieren.
 
Die Ausstellung kann noch bis zum 28.07.2017 zu den üblichen Öffnungszeiten im Rathaus betrachtet werden.
 
In nächster Zeit wird der Gemeinderat dann darüber zu entscheiden haben, welches Planungsbüro aus dem Kreis der ersten drei Ränge mit der Weiterführung der Planungen für einen städtebaulichen Entwurf zur Umsetzung der Ortskernsanierung beauftragt wird.

Preisträger Planungswettbewerb

1. Preis

Das zentrale Element des Entwurfs ist der Neubau eines Dorfhauses in Form eines ortstypischen, in seiner Materialität aber sehr eigenständigen Langhauses, das der Dorfmitte die gewünschte Identität verleiht.
Der Standort des neuen Dorfhauses ist so gewählt, dass die repräsentative Eingangsfassade des Heimatmuseums freigestellt wird.
Im Spannungsfeld zwischen Dorfhaus und Heimatmuseum entsteht der Dorfplatz, mit Freiflächen aus großformatigen Natursteinplatten, kleinteiligem Natursteinpflaster, wassergebundenen Flächen und einem Wasserlauf oberhalb des verdolten Bondelbachs, die den Platz zonieren und eine hohe Freiraumqualität schaffen.
Die Parkierung wird dezentral angeboten.
Ein interessanter Vorschlag ist die Nutzung des Heimatmuseums (ehemalige Schule) als Kita.

Arbeit von: Freiraumwerkstadt - Deißler.Göpel.Treß Landschaftsarchitekten, Überlingen / FSP Stadtplanung, Freiburg / Dipl.-Ing. Bernhard Storz, Freier Architekt, Freiburg


2. Preis

Die zentrale Idee für die Ortsmitte ist ein Dorfweiher, der zur Bondelstraße durch einen „Rastplatz“ in Holzkonstruktion für unterschiedliche Funktionen gefasst wird und im Bereich des Hirt-Areals eine städtebauliche Akzentuierung vorsieht.
Die Fußwegführung zwischen dem Weiher und dem Heimatmuseum wird als Platzraum mit Anbindung des gut proportionierten Vorplatzes der Mehrzweckhalle gestaltet.
Durch die östliche zentrale Stellplatzlösung im Bereich des Gasthaues Hirschen wird die neu gestaltete Ortsmitte von Fahrverkehr frei gehalten.
Als neuer Standort der Kindertagesstätte wird das Scheunenareal Neininger vorgeschlagen.
Die Mehrfamilienhausbebauung auf dem Kranz-Areal nimmt die vorhandenen Proportionen der Ortsmitte auf und fügt sich mit seiner Vorplatzgestaltung in die umgebenden Strukturen ein.

Arbeit von: Koeber Landschaftsarchitektur, Stuttgart / aspUMnet GmbH & Co. KG, Stuttgart


3. Preis

Eine geschwungene Grünfläche überspannt die Ortsmitte und lässt einen großzügigen Platz vor dem Heimatmuseum entstehen. Der Grünbogen als städtebauliche Leitidee weist ein eindeutiges Gliederungsmuster des Ortskernes auf und ist in seiner freiräumlichen Gestaltung und seiner Fußwegeführung attraktiv konzipiert. Mit einer leicht überhöhten, baumbestanden Wiesenfläche, entsteht ein grüner Rand gegenüber der Bondelstraße und eröffnet gleichzeitig den Blick auf das denkmalgeschützte Gebäude.
Die Stellplätze sind konsequent westlich des Heimatmuseums und vor der Mehrzweckhalle konzentriert.
Für die Kita wird eine Aufstockung der Mehrzweckhalle vorgeschlagen.
Das Kranz-Areal wird durch die beiden selbstbewussten Wohngebäude städtebaulich gut gegliedert. Zusammen mit einem zur Bondelstraße hin orientierten Brunnenplatz entsteht hier ein stimmiges Ensemble.

Arbeit von: k3-LandschaftsArchitektur, Villing überspannt en-Schwenningen / Kuberczyk Architekten, Unterkirnach / BIT Ingenieure, Villingen-Schwenningen

Eckpunkte für den Wettbewerb

Der Planungswettbewerb Ortsmitte soll die Grundlage für ein Neuordnungskonzept liefern, das den Rahmen für die Neugestaltung der Ortsmitte Überauchen bildet. Im Vorfeld der Auslobung hat der Gemeinderat die wichtigsten Bausteine definiert:

In der Ortsmitte soll das Gebäude „Bondelstraße 23“ abgebrochen werden. Die Ortsmitte ist in Lage, Größe und Begrenzung zu definieren. Das Thema Wasser als mögliches Gestaltungselement auf der Platzfläche  ist gewünscht. Die Gestaltung der Platzflächen, Wege und Straßen sowie die Grüngestaltung  ist ein Thema, ebenso der Umgang mit dem Denkmal an der Bondelstraße.
 
Die Mehrzweckhalle soll erhalten, modernisiert und in das Gesamtkonzept eingebunden werden. Das Heimatmuseum steht unter Denkmalschutz. Hier geht es um das künftige Nutzungskonzept.
 
Das ehemalige Gasthaus „Kranz“ ist bereits abgebrochen. Im Kontext der Entwicklung der Ortsmitte soll das Grundstück wieder bebaut werden.
 
Die Zukunft der Kindertagesstätte „Bondelbach“ ist ein wichtiges Thema. Da die Entscheidung über eine Sanierung/Erweiterung am jetzigen Standort oder einen Neubau zurückgestellt ist, hat der Wettbewerb zunächst vom Bestand auszugehen. Als planerische Alternative soll im Zuge des Planungswettbewerbs jedoch auch ein Standort für einen Neubau vorgeschlagen werden.
 


Allgemeine Informationen zur Ortskernsanierung Überauchen

Landessanierungsprogramm (LSP)

Ortskern Überauchen

Mit dem Gemeinderatsbeschluss zur Satzung über die förmliche Festlegung des Sanierungsgebietes „Ortskern Überauchen“ sowie zu den Förderbedingungen für Privatmaßnahmen ist der formale Startschuss zur Ortskernsanierung im März 2015 gefallen.

Im LSP beteiligen sich das Land Baden-Württemberg mit 60 % und die Gemeinde mit 40 % an dem vom Land akzeptierten Förderrahmen. Bisher ist ein Landeszuschuss von 1.200.000 Euro bewilligt, was einem Förderrahmen von 2.000.000 Euro entspricht. Der für die gesamte Ortskernsanierung Überauchen kalkulierte Förderrahmen beträgt ca. 4.650.000 Euro. Damit sollen die kommunalen und privaten Projekte bis zum Ende der Programmlaufzeit – also vorläufig bis 2022 – umgesetzt werden können.
 
Die erste Maßnahme im Rahmen des Programms war die Sanierung der unteren Vorbergstraße und der Rathausstraße, die 2017 fertiggestellt wird. Das Schlachthausareal soll im Frühjahr 2017 abgerissen und neu geordnet werden. Die Gemeinde hat die großen leerstehenden Anwesen „Bondelstraße 23“ und „Bondelstraße 26 (ehemaliges Gasthaus „Kranz“) im Sinne einer neuen Gestaltung der Ortsmitte erworben. Der ehemalige „Kranz“ ist bereits abgerissen, das Areal soll im Zuge des Planungswettbewerbes einer Neubebauung zugeführt werden.
 

Förderbedingungen für Privatvorhaben

Auch die Förderbedingungen für Privatvorhaben wurden festgelegt. Diese entsprechen nach Art und Höhe denen im letzten Sanierungsgebiet „Klengen-Süd“. Für umfassende und nachhaltige Maßnahmen im Sinne der Sanierungsziele gilt für Modernisierungsmaßnahmen ein Fördersatz von pauschal 20 % der förderfähigen Kosten, maximal jedoch 35.000 Euro. Der Mindestaufwand muss 10.000 Euro betragen, Eigenleistungen sind möglich. Für einen notwendigen Abbruch unter Beachtung der Sanierungsziele beim Neubau ist eine Förderung von 100 % der Abbruchkosten bis max. 30.000 Euro möglich - ausgenommen sind denkmalgeschützte Objekte. Bei einer Kombination aus Abbruch und Modernisierung sind wiederum max. 35.000 Euro möglich. Zusätzlich gibt es Steuervergünstigungen gem. § 7h EStG bei Vermietung bzw. § 10f EStG bei Eigennutzung.

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